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Walpurgisnacht und Hexen im Harz: Mythos, Geschichte und Feiern

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Hexen, Blocksberg, Goethes Faust: Warum der Harz Walpurgisland ist, was am 30. April in Thale, Schierke und vielen Orten passiert und wie du deinen Besuch planst.

Kein Berg in Deutschland ist so eng mit Hexen verbunden wie der Brocken – und keine Nacht so sehr mit dem Harz wie die Walpurgisnacht am 30. April. Dann feiern jedes Jahr mehr als 20 Harzorte mit Kostümen, Feuern, Musik und Theater die Nacht, in der der Sage nach die Hexen auf den Blocksberg fliegen.

Hinter dem Spektakel steckt eine lange Geschichte aus vorchristlichen Frühlingsbräuchen, Sagen, Literatur und auch dunklen Kapiteln wie der historischen Hexenverfolgung. Dieser Artikel erklärt, woher der Mythos kommt, welche Orte im Harz dazugehören und wie du einen Besuch zur Walpurgisnacht sinnvoll planst.

Warum ausgerechnet der Harz?

Der Brocken war für die Menschen der umliegenden Regionen jahrhundertelang ein unheimlicher Ort: der höchste Berg weit und breit, oft in Nebel und Wolken, mit extremem Wetter und seltsamen Lichterscheinungen wie dem "Brockengespenst", bei dem der eigene Schatten riesenhaft auf Nebelwände projiziert wird. So wurde der Berg – in Sagen meist "Blocksberg" genannt – zum Schauplatz von Geschichten über Geister, Teufel und Hexen.

Ab der frühen Neuzeit verfestigte sich die Vorstellung, dass sich Hexen in der Nacht zum 1. Mai auf dem Blocksberg zum Tanz mit dem Teufel treffen. Gelehrte, Reiseberichte und Kupferstiche verbreiteten das Motiv in ganz Europa – lange bevor der Tourismus daraus ein Fest machte.

Der Brocken in Sage und Literatur

Endgültig berühmt machte den Berg die Literatur: In Goethes "Faust" führt Mephisto den Doktor in der Walpurgisnacht auf den Brocken, mitten hinein ins Treiben der Hexen. Goethe kannte den Berg aus eigener Anschauung – er bestieg den Brocken mehrfach. Die Faust-Szene machte die Harzer Walpurgisnacht zum festen Bestandteil der deutschen Kulturgeschichte.

Auch andere Autoren trugen zum Mythos bei, etwa Heinrich Heine mit seiner "Harzreise". Für deinen Besuch heißt das: Viele Orte im Harz spielen bewusst mit diesen literarischen Bezügen – vom Hexentanzplatz bis zu Faust-Motiven bei Festen und Theateraufführungen.

Historische Wurzeln: Walburga, Frühling und Hexenverfolgung

Der Name der Nacht kommt ausgerechnet von einer Heiligen: Walburga, einer Äbtissin aus dem 8. Jahrhundert, deren Gedenktag auf den 1. Mai fiel. Die Nacht davor – die Walpurgisnacht – verband sich mit deutlich älteren Frühlingsbräuchen: Feuer gegen den Winter, Lärm gegen böse Geister, Tanz in den Mai. Vieles davon steckt bis heute in den Harzer Festen.

Zum ehrlichen Bild gehört auch der ernste Hintergrund: In der frühen Neuzeit wurden in Europa – auch in Harzregionen – Menschen, überwiegend Frauen, als angebliche Hexen verfolgt und hingerichtet. Der Hexenglaube, der heute als buntes Kostümfest gefeiert wird, hatte für diese Menschen tödliche Folgen. Die heutigen Feiern sind Folklore und Theater – wer den Mythos versteht, feiert bewusster.

Walpurgisnacht heute: Feiern am 30. April

Heute ist Walpurgis das größte Festereignis des Harzer Jahres. Gefeiert wird in mehr als 20 Orten, meist am Abend des 30. April mit Bühnenprogramm, Feuershows, Musik und tausenden kostümierten Gästen. Zu den bekanntesten Feiern gehören:

Die Feiern unterscheiden sich deutlich: große Party mit Anreise aus ganz Deutschland in Thale und Schierke, kleinere und familiärere Feste in vielen Bergstädten. Es lohnt sich, vorher zu entscheiden, ob du Spektakel oder gemütliches Dorffest suchst.

Sagenorte: Hexentanzplatz und Teufelsmauer

Zwei Orte im Ostharz gehören fest zur Hexen- und Sagenwelt:

Der Hexentanzplatz bei Thale ist der Sage nach ein alter Kultort, an dem sich die Hexen vor dem Flug zum Brocken versammeln. Heute findest du dort neben der Walpurgishalle und Sagenfiguren auch Seilbahn, Tierpark und viel Trubel – gut mit einem Bodetal-Besuch kombinierbar.

Die Teufelsmauer bei Blankenburg ist eine bizarre Felsformation, um die sich gleich mehrere Teufelssagen ranken – der Teufel soll hier in einer Nacht eine Mauer gebaut haben, um sich die Welt mit Gott zu teilen. Beide Orte sind auch außerhalb der Walpurgiszeit lohnende Ausflugsziele.

Tipps für deine Walpurgisnacht

Walpurgis ist die vollste Nacht des Harzer Jahres. Damit sie entspannt wird:

  • Früh planen: Unterkünfte in Thale, Schierke und Wernigerode sind oft Monate vorher ausgebucht. Auch umliegende Orte füllen sich.
  • Anreise durchdenken: Rechne mit vollen Straßen und Parkplätzen. Wo möglich, nutze Bahn, Shuttlebusse oder ein Quartier in Laufnähe. Für Brockenfahrten zur Walpurgiszeit sind die Harzer Schmalspurbahnen schnell ausgebucht.
  • Mit Kindern: Nachmittags sind viele Feste ausdrücklich familienfreundlich, mit Kinderschminken und Programm. Abends wird es voll und laut – dann sind kleinere Feiern die bessere Wahl. Allgemeine Ideen: Harz mit Kindern.
  • Warm anziehen: Ende April kann es im Harz nachts empfindlich kalt werden, in Höhenlagen sind einstellige Temperaturen normal.
  • Programm vorher prüfen: Orte, Bühnen und Zeiten ändern sich von Jahr zu Jahr – verlass dich auf die aktuellen offiziellen Veranstaltungsseiten.

Häufige Fragen

Wann ist die Walpurgisnacht?
Immer in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai. Die meisten Feste beginnen am Nachmittag oder Abend des 30. April; einige Orte feiern zusätzlich am

  1. Mai weiter.

Wo wird im Harz am größten gefeiert?
Die bekanntesten Feiern steigen in Thale auf dem Hexentanzplatz und in Schierke am Fuß des Brockens. Daneben feiern über 20 weitere Orte – oft kleiner, dafür entspannter.

Was hat Goethe mit der Walpurgisnacht zu tun?
In Goethes "Faust" erlebt Faust die Walpurgisnacht auf dem Brocken. Die Szene machte den Berg als Hexenberg weltberühmt und prägt die Harzer Walpurgis-Tradition bis heute.

Kann man in der Walpurgisnacht auf den Brocken?
Grundsätzlich ja, viele wandern in der Nacht oder zum Sonnenaufgang am

  1. Mai auf den Gipfel. Plane wie bei jeder Brockentour Wetter, Ausrüstung und Rückweg – Hinweise dazu unter Auf den Brocken wandern.

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