Harzregional
Ganzjährig

Harz ohne Auto

Der Harz ohne Auto ist besser machbar, als viele denken. Die großen Randstädte haben Bahnanschluss, mit der Gästekarte fahren Übernachtungsgäste in teilnehmenden Orten kostenlos Bus, und die Harzer Schmalspurbahnen sind nicht nur Attraktion, sondern ein echtes Verkehrsmittel bis auf den Brocken.

Der Schlüssel ist die Wahl des Basisorts. Wer in einer Bahnstadt mit guter Busanbindung wohnt, erreicht viele Ziele bequem. Wer ein abgelegenes Ferienhaus bucht, kämpft dagegen mit dünnen Takten. Plane also zuerst den Ort, dann die Ausflüge.

Anreise mit der Bahn

Die besten Bahn-Ankerpunkte liegen am Harzrand: Goslar und Bad Harzburg im Norden, Wernigerode und Quedlinburg im Nordosten. Alle vier sind mit Regionalzügen erreichbar und als Städte selbst schon ein halbes Programm. Von dort geht es mit Bus, Schmalspurbahn oder zu Fuß weiter in die Berge. Verbindungen und Details zur Anreise bündelt der Harzer Tourismusverband auf seiner Anreise-Seite.

HATIX: Bus fahren mit der Gästekarte

Das Harzer Urlaubsticket HATIX ist der wichtigste Baustein für den Alltag vor Ort: Wer in einem teilnehmenden Ort übernachtet und Gästebeitrag zahlt, nutzt mit dem Gästekarten-Nachweis die öffentlichen Buslinien im Geltungsbereich kostenlos, für die gesamte Aufenthaltsdauer. Damit werden Tagesausflüge ohne Auto plötzlich günstig und einfach.

Welche Orte und Linien teilnehmen, ändert sich; prüfe vor der Buchung auf hatix.info oder harzinfo.de, ob dein Wunschort dabei ist, und lass dir die Gästekarte beim Einchecken aushändigen.

Harzer Schmalspurbahnen als Verkehrsmittel

Die Harzer Schmalspurbahnen verbinden Wernigerode, Nordhausen und Quedlinburg über Harzquer-, Brocken- und Selketalbahn und erschließen Orte wie Schierke, Drei Annen Hohne oder Gernrode. Für Autolose sind sie doppelt wertvoll: Anreise zum Wanderstart und Erlebnis in einem, inklusive der Fahrt auf den Brocken.

Beachte: Die Dampfzüge sind Tourismus- und Verkehrsmittel zugleich, Tickets kosten extra und die Brockenbahn ist im Sommer gut gefüllt. Zur Abwägung zwischen Bahnfahrt und Aufstieg hilft Brockenbahn vs. Wandern.

Gute Basisorte ohne Auto

Wernigerode ist der flexibelste Basisort: Bahnanschluss, Startpunkt der Schmalspurbahn, Busse in den Ostharz und eine Altstadt mit Schloss für Ruhetage.

Goslar punktet mit Bahnhof, Altstadt, Rammelsberg und Buslinien in den Oberharz, etwa Richtung Hahnenklee und Clausthal-Zellerfeld.

Bad Harzburg verbindet Bahnhof, Kurort-Infrastruktur, Baumwipfelpfad und Busanbindung Richtung Torfhaus, dem wichtigsten Wanderknoten für Brocken-Touren.

Quedlinburg ist ideal für Kultur plus Selketalbahn; die Berge sind von hier etwas weiter entfernt, dafür ist die Altstadt Weltkulturerbe.

Beispiel-Tage ohne Auto

Brocken-Tag ab Bad Harzburg
Mit dem Bus nach Torfhaus, zu Fuß auf den Brocken, Abstieg nach Schierke und mit der Brockenbahn oder dem Bus zurück. Details zur Route: Auf den Brocken wandern.

Bahn-Wander-Tag ab Wernigerode
Mit der Harzquerbahn bis Drei Annen Hohne, Wanderung Richtung Ilsetal oder zurück nach Wernigerode, abends Altstadt.

Kultur-Tag ab Goslar
Zu Fuß zur Kaiserpfalz, mittags Altstadt, nachmittags mit dem Bus zum Rammelsberg oder nach Hahnenklee.

Grenzen des ÖPNV einplanen

Abends und am Wochenende werden Takte dünn, kleine Orte abseits der Hauptlinien sind teils nur mit wenigen Fahrten am Tag angebunden, und die letzte Rückfahrt bestimmt dein Tagesende. Prüfe Rückverbindungen vor dem Start, plane Puffer ein und leg anspruchsvolle Ziele auf Werktage. Wandern von Bahnhof zu Bahnhof, etwa entlang der Schmalspurbahn-Stationen, macht dich unabhängig von Rückwegen zum Startpunkt.

Schnelle Antwort

Wenn du nur eine schnelle Entscheidung brauchst: Wohne in Wernigerode, Goslar, Bad Harzburg oder Quedlinburg, nutze HATIX-Busse mit der Gästekarte und die Schmalspurbahnen als Verkehrsmittel und plane Ausflüge um die Rückverbindung herum. So geht ein kompletter Harz-Urlaub ohne eigenes Auto, inklusive Brocken.

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