Einhornhöhle - Sagenhöhle und Neandertaler-Fundort im Südharz
Einhornhöhle bei Scharzfeld planen: Führungen, Einhorn-Mythos, Neandertaler-Funde, Rundwege am Haus Einhorn, Kinder und Kombination mit Steinkirche und Scharzfels.
- Ort
- Herzberg am Harz
- Region
- Südharz
- Kategorie
- Natur
Die Einhornhöhle bei Scharzfeld ist die größte erschlossene Höhle im Westharz - und wohl die einzige Höhle Deutschlands, deren Name auf ein Fabelwesen zurückgeht. Jahrhundertelang wurden hier Knochen ausgegraben und als Überreste des sagenhaften Einhorns gehandelt, zu Pulver gemahlen und teuer als Medizin verkauft. Selbst der Universalgelehrte Leibniz befasste sich mit dem "Unicornu fossile"; tatsächlich stammen die Knochen von Eiszeittieren wie Höhlenbär und Höhlenlöwe.
Heute ist die Höhle vor allem als Forschungsort bedeutend: Neandertaler nutzten sie über Jahrtausende. Ein hier gefundener, mit eingeritztem Muster verzierter Knochen eines Riesenhirschs ist deutlich über 50.000 Jahre alt und gilt als einer der ältesten Belege dafür, dass schon Neandertaler Ornamente schufen. Der Fund machte die Einhornhöhle international bekannt.
Für wen lohnt sich die Einhornhöhle?
Die Höhle passt gut für:
- Familien, weil Einhorn-Mythos und Höhle Kinder gleichermaßen packen;
- Geschichts- und Archäologie-Interessierte, wegen der Neandertaler-Forschung;
- Wanderer, die Höhlenbesuch und Rundwege im Buchenwald verbinden wollen;
- Südharz-Urlauber aus Bad Lauterberg oder Bad Sachsa, die ein Ziel mit Substanz suchen;
- Schlechtwetter-Planer, weil die Höhle vom Regen unabhängig ist.
Weniger geeignet ist der Besuch, wenn du spontan ohne Blick auf die Öffnungstage anreist: Die Höhle wird ehrenamtlich betrieben und ist nicht täglich geöffnet. Prüfe Saison- und Führungszeiten unbedingt vorab auf der offiziellen Seite.
Was dich vor Ort erwartet
In die Höhle kommst du mit einer Führung, die durch weite Hallen und Gänge im Dolomitgestein führt. Anders als in Tropfsteinhöhlen sind hier weniger filigrane Formationen, dafür beeindruckende Raumgrößen und die Geschichten zu Einhorn-Handel, Eiszeittieren und Neandertaler-Funden das Zentrum des Besuchs. In der Höhle ist es ganzjährig kühl, eine Jacke gehört ins Gepäck.
Über der Höhle liegt das Haus Einhorn mit Wanderbaude, kleinem Höhlenmuseum und einem Infozentrum des UNESCO Global Geoparks Harz-Braunschweiger Land-Ostfalen. Rund um das Gelände führen mehrere kurze Rundwege mit Erlebnis- und Infostationen durch den Buchenwald der "Scharzfelder Dolomiten" - gut, um Wartezeit bis zur nächsten Führung zu füllen oder den Besuch zu einem Halbtag auszubauen.
Die Höhle liegt am Waldrand oberhalb von Scharzfeld; vom Parkplatz ist ein kurzer Fußweg zu gehen.
Wie viel Zeit einplanen?
Für Führung, Museum und einen der Rundwege solltest du zwei bis drei Stunden einplanen. Nur für die Führung reicht gut eine Stunde plus Wartezeit.
Ein guter Ablauf:
- Vorab Öffnungstage und Führungszeiten auf der offiziellen Seite prüfen.
- Rechtzeitig ankommen und die nächste Führung sichern.
- Wartezeit auf dem Rundweg oder in der Wanderbaude verbringen.
- Nach der Führung das kleine Museum und das Geopark-Infozentrum ansehen.
- Bei Zeit und Lust Steinkirche oder Burgruine Scharzfels anschließen.
Mit Kindern
Der Einhorn-Rahmen macht den Einstieg leicht: Kaum ein Höhlenziel im Harz lässt sich Kindern einfacher verkaufen. In der Führung bekommen die Sagen um das Einhorn genauso Raum wie die echte Wissenschaft dahinter - eine gute Mischung aus Märchen und Aha-Effekt.
Wichtig mit Kindern:
- warme Schicht und feste Schuhe, in der Höhle bleibt es kühl und feucht;
- der Untergrund ist stellenweise uneben, kleine Kinder an die Hand nehmen;
- Kinderwagen bleiben draußen, für Babys ist eine Trage sinnvoll;
- die Rundwege mit Stationen eignen sich gut zum Austoben vor der Führung;
- die Wanderbaude entschärft den Hunger-Faktor nach dem Höhlengang.
Mehr Planungshilfen findest du unter Harz mit Kindern und Harz mit Familie.
Wetter und Jahreszeit
Die Höhle selbst ist wetterunabhängig und damit ein guter Baustein für Regentage im Südharz. Beachte aber, dass die Öffnungszeiten saisonal begrenzt sind - die Höhle ist kein täglich verfügbares Ganzjahresziel wie manche große Schauhöhle. Im Winter ruht der Betrieb teilweise, auch zum Schutz der überwinternden Fledermäuse.
Die Rundwege rund um das Haus Einhorn sind dagegen ein Schönwetter-Bonus: Im Frühling und Herbst zeigt der Buchenwald über dem Dolomit seine beste Seite.
Kombinieren mit Scharzfeld und dem Südharz
Direkt bei Scharzfeld liegen zwei lohnende Ergänzungen: die Steinkirche, eine in den Fels gehauene Kulthöhle, die als Kirche genutzt wurde, und die Burgruine Scharzfels hoch über dem Tal, beide zu Fuß oder mit kurzer Fahrt erreichbar. Zusammen ergibt das einen dichten Halbtag aus Höhle, Fels und Geschichte.
Weiter gedacht passen:
- Bad Lauterberg für Kneipp-Kurort und Einkehr;
- Bad Sachsa als Familienbasis im Südharz;
- Stolberg mit dem Josephskreuz für einen Ausflug in den östlichen Südharz;
- der Hintergrundartikel Grünes Band - Grenze im Harz, wenn dich die Geschichte der Region entlang der ehemaligen Grenze interessiert.
Häufige Fragen zur Einhornhöhle
Warum heißt die Einhornhöhle so?
Weil hier gefundene Knochen von Eiszeittieren jahrhundertelang als
Einhorn-Überreste gedeutet und als Wundermittel verkauft wurden. Auch
Gelehrte wie Leibniz beschäftigten sich mit dem "fossilen Einhorn". Der Name
blieb, obwohl die Wissenschaft die Knochen längst Höhlenbären und anderen
Tieren zugeordnet hat.
Kann man die Einhornhöhle ohne Führung besuchen?
Nein, in die Höhle kommst du nur mit Führung. Die Rundwege, das Außengelände
und die Wanderbaude sind frei zugänglich. Führungs- und Öffnungszeiten
ändern sich saisonal, prüfe sie vor der Anreise auf der offiziellen Seite.
Was hat es mit dem Neandertaler-Fund auf sich?
In der Höhle wurde ein verzierter Zehenknochen eines Riesenhirschs entdeckt,
dessen eingeritztes Muster deutlich älter als 50.000 Jahre ist. Er gilt als
einer der ältesten Hinweise darauf, dass Neandertaler symbolische Ornamente
schufen - ein Fund von internationalem Rang.
Ist die Einhornhöhle für kleine Kinder geeignet?
Grundsätzlich ja, mit festen Schuhen und warmer Kleidung. Der Weg durch die
Höhle ist stellenweise uneben, deshalb gehören kleine Kinder an die Hand oder
in die Trage. Der Einhorn-Rahmen macht den Besuch für Kinder besonders
zugänglich.
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Lage
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